Allgemeine Zeitung vom 11.08.2004

Lokales Ingelheim

Von Haifischen und Heldentaten - "Die kleine Weltbühne" gastiert auf der Freilichtbühne an der Burgkirche/Rund 100 Besucher

Caroline Jerchel

INGELHEIM Ein Meer in Ingelheim! Mit einem kleinen Hai! Mit hohen Wellen! Und das Ganze auf der herrlichen Freilichtbühne an der Burgkirche... Da hatte der König schon recht: Darüber muss man einfach schreiben, wenn man für die Zeitung über das Märchen-Theaterstück "Der König und die Kröte" von der mobilen Künstlergruppe "Die kleine Weltbühne" aus Darmstadt berichtet.
Gut 100 kleine und große Besucher hatten bei strahlendem Sommerwetter nicht nur am pantomimisch dargestellten Meer sichtlich ihren Spaß, die fantasievolle Veranstaltung des "Amts für Kultur und Touristik" der Stadt Ingelheim fand generell sichtlich Gefallen.
Was hat es nun aber mit dem maritimen Gewässer auf sich? Also, da war wie gesagt ein König. König Alfons der 34., um genau zu sein. Und dieser liebenswerte, aber oberflächliche und egoistische Regent, der mit goldenen Schuhen und einem prächtigen Pyjama und grün schillernder Robe auf seinem etwas wackligen Thron residiert, muss eines Morgens feststellen, dass seine Frau - Königin Renate - als Kröte aufgewacht ist.
Und diese Kröte verlangt nun auch noch einen Kuss von ihm. Wie eklig! Und das auch noch vor dem Frühstück! Da kann nur eines helfen: mit den Kindern im Publikum die witzige Hexe Gitta Grünkraut herbeizurufen. Und die hat folgenden Rat. Drei Heldentaten müssen vollbracht werden: als erstes, als Beweis der Liebe, einen kleinen Hai fangen im imaginären Meer von Ingelheim, um Mut zu zeigen, einen Drachen streicheln und um der krötigen Renate endgültig zu helfen, afrikanische Pfannkuchen verspeisen.
Schließlich macht sich der König sogar zum Affen, um seine Renate zurück zu bekommen - und küsst sie! Ende gut, alles gut!
Bille Billewitz als König und Irene Englmeier als Hexe zogen in ihrem Zwei-Personen-Stück alle Register: Jonglieren mit Keulen und Pfannkuchen, Musik vom Band, Puppenspiel und Bauchreden, kindgerechte Slapstick, Zauberei und schillernde Bühnendekoration schufen ein kurzweiliges Erlebnis. Immer wieder animierten sie die Kinder zum Mitmachen, ließen sie auf die Bühne kommen, um den Drachen zu spielen oder befragten ihr begeistertes Publikum.
Auch die Akteure waren zufrieden. Irene Englmeier gefiel die Burgkirchen-Kulisse in Ingelheim besonders gut: "Hier passt unser Stück ja ausgezeichnet hin! Und das Publikum war auch klasse!"

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